Dublin – Kiss me I’m Irish

Everyone’s Irish on March 17th

Der 17.März ist auch bei uns als St. Patrick’s Day und Feiertag Irlands bekannt, berüchtigt und doch weit weg solange man dieses grüne Treiben nicht aus nächster Nähe live miterlebt hat. Zur Erinnerung an den ersten christlichen Missionar Irlands hat dieser allerdings mehr zu bieten als grüne Menschen und Bier. Dublin hat sich mir von einer wunderbar freundlichen, offenen und grünen Seite gezeigt. Ich habe mich heuer ins bunte Treiben aus aller Welt gewagt und mir den grünen Feiertrag aus nächster Nähe angesehen. Es ist ein bisschen so wie ich es mir vorgestellt hatte und doch irgendwie ganz anders. Die ganze Stadt pulsiert und ist weit größer als in meinen Vorstellungen. Auch hat Dublin Einflüsse aus Großstädten wie London und New York, viele tolle kleine versteckte Läden, Pubs und Cafes zum Genießen und Stöbern und ich bin begeistert von den unglaublichen Gastfreundlichkeit, Aufgeschlossenheit und Hilfsbereitschaft der Iren. Vor allem diese hat dazu geführt, dass ich mich auf Anhieb wohlgefühlt habe.

 

Nicht grün ärgern – Unterkunft und Anreise

Zu aller erst sollte erwähnt sein, dass eine Reise nach Dublin um den St. Patrick’s Day frühzeitig gebucht werden sollte. Unentschlossenheit und Spontanität hat seinen Preis. Bereits 4 Monate vorher sind schon viele Unterkünfte (Apartments auf Airbnb, B&Bs, Hotels) ausgebucht und die Preise steigen in andere Sphären. Auch gute Flüge zu bekommen, gestaltet sich zunehmend schwierig und es hat mich den einen oder anderen Schweißausbruch gekostet, noch eine passende Unterkunft und einen Flug zu finden – auf diese Erfahrung kann man gerne verzichten ;-). Also: früh buchen ist mein Tipp! Auch in meinem Fall lies sich noch ein Flug und ein teures aber bezahlbares Hotel (DoubleTee by Hilton) finden, welches ca. 15-20 Gehminuten vom Zentrum entfernt ist, aber mit einem super Frühstück (für irische Verhältnisse) und einem eindrucksvollen Frühstücksraum sowie gutem Service punkten kann. Auch die Anreise vom Flughafen war einfach, da der Aircoach, welcher alle 15 bzw. nachts alle 30 Minuten von einer Haltestelle am Flughafen losfährt, direkt vor dem Hotel hielt.

St. Paddy’s Day

Wie die Kinder auf Weihnachten, freut man sich auch in Dublin auf den St. Patrick’s Day. Kennt man die Geschichte, die hinter dem langen Kampf der Unabhängigkeit des Landes steckt, versteht man auch den Stolz auf die Nationalität und dem Rest gibt der Tag wohl einfach einen weiteren Grund zum Feiern ;-). Schon bereits am Flughafen empfangen einem Happy St. Patrick’s Day Luftballons und Girlanden. Einzelne Häuser und Gebäude erstrahlen  in ihrem schönsten Grün und kein Grund zur Sorge für jene, die keine grüne Kleidung oder Dekoartikel haben, die bekommt man an fast jeder Ecke. Das große Highlight ist die Parade am Feiertag selbst, die ausgehend von der St. Patrick’s Cathedral bis hin zur Brücke über die Liffey führt. Um einen guten Platz in der Menge zu bekommen, muss man allerdings früh am Ort des Geschehens sein (z.B. in der Nähe des Gebäudes der Bank of Ireland) und dann heißt es erst mal abwarten. 2 Stunden, viele grüne Menschen und mindestens einer heißen Schokolade von Starbucks um die Ecke später ging die Parade endlich los. Wer keine Lust auf  derart lange Wartezeiten hat, ist entweder gut im Drängeln oder ist groß und sieht somit auch von den hinteren Plätzen auf die Parade ;-). Diese gleicht ein wenig der Karnevalsumzüge in Deutschland und ist mit vielen Tänzern, Musikern und kreativen Wägen sehr eindrucksvoll und absolut sehenswert.

Am Nachmittag strömen schließlich die Partylöwen aus und fluten die zahlreichen Bars und Pubs, die mit  Specials und Live-Musik locken. Trotz Warteschlangen vor den Türen habe ich eigentlich immer einen guten Platz ergattert und ist man erst mal im Geschehen, ist alles doch recht entspannt. Die tolle Live-Musik, die einzigartige Stimmung und die ausgelassenen Menschen sollte man sich definitiv nicht entgehen lassen und stecken zu guter Laune an. Während meines Aufenthalts in Dublin war ich aber mit einer nicht unwesentlichen Frage konfrontiert. Was trinkt Man(n) oder Frau eigentlich wenn die Leidenschaft für Guiness & Co bis dato nicht entfacht wurde? Gar nicht so einfach, da ich in keinem einzigen der Pubs eine Getränkekarte vorgefunden habe. Glücklicherweise habe ich eine junge Frau im Augenwinkel erspäht, dessen Getränk eine sehr ansehnliche pinke Farbe hatte und mich so aus meinem Getränkedilemma befreit hat. Prompt bat ich den Kellner mir dasselbe mysteriöse Getränk zu servieren. Dabei handelte es sich um irischen Cider (Bulmers) mit Johannisbeersirup. Absolut zu empfehlen, vor allem für die Nicht-Bier-Trinker (was fast schon ein No-Go in Dublin ist).

Dublin – Lisa’s Top #5

#5 Kilmainham Gaol und Allee

Die  Allee zwischen dem Irish Museum of Modern Art und der Gefängnisanlage dient als schöner Spaziergang und ist für Fotos am besten noch in der Früh aufzusuchen. 06_trees.jpgDiese führt einen direkt zum Kilmainham Gaol, wo man sich für eine Führung durch das alte Gefängnis anmelden kann und einen ersten Eindruck über die Geschichte und die Aufstände gegen Großbritannien während dem 1. Weltkrieg bekommt. Auch wenn es nicht immer so leicht war, unseren irischen Freund zu verstehen, ist die Tour durch die Räumlichkeiten doch sehr spannend.

#4 Guinness Storehouse

Obwohl ich nichts mit der Braukunst am Hut habe, muss ich zugeben, dass sich, nach anfänglichem Zögern, der Ausflug in das Guinness Storehouse trotzdem19_guinness.jpg gelohnt hat. Schon alleine auf Grund der Marke, welche ein wesentlicher Teil der irischen Kultur ist. Neben einer sehr interaktiven Möglichkeit, den Werdegang von Guinness zu erleben, einer Zertifizierung im Zapfen meines eigenen perfekten Pints (Barkeeperin werde ich wohl trotzdem nie) und Live-Musik zum Anlass des St.Patrick Day’s hat das Storehouse im 7. Stock noch eine 360°-Terrasse mit tollem Ausblick auf Dublin zu bieten.

 #3 Trinity College & Old Library

Dem schönen Gebäudekomplex und vor allem der Long Room der Bibliothek sollte man meiner Meinung nach 15_trinitycollege.jpgunbedingt einen Besuch abstatten. Die Führung, die von einer Studentin des College’s durchgeführt wurde, war informativ, aber ist wohl auch nicht unbedingt lebensnotwendig. Wer auf ein paar Hintergrundinfos innerhalb der 30-minütigen Führung nicht verzichten möchte, kann diese direkt vor Ort buchen. Die Old Library mit ihrer fast magischen Kulisse sollte man sich jedoch auf keinen Fall entgehen lassen und das Warten in der Schlange zahlt sich aus.

 #2 Stephan’s Green Park

Ein sehr schöner Park, in dem man den Trubel der Stadt entfliehen und ein paar ruhige Minütchen im Grünen verbringen kann14_stephansgreen. Hier sind allerdings die Öffnungszeiten zu beachten, da der Park in den Wintermonaten relativ früh geschlossen wird.

#1 St. Patrick’s Cathedral

Natürlich ist ein Besuch der Kathedrale (zu mindestens von außen) ein Muss. Die kleine Parkanlage ist ein idealer Platz für Fotos und obwohl der Eintritt mit € 6,– sehr stattlich ist, handelt es sich um ein sehr schönes und großes Bauwerk.

09_stpatrickscathedral.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Tipps findet ihr auch in meinem Lieblingsreiseführer 100% Dublin. Den bekommt ihr zb hier.

Insider-Tipps

# Leo Burdock – Traditional Fish&Chips

Wir sind zufällig auf diesen kleinen Laden gestoßen, bei dem schon zahlreiche Promis gegessen haben, aber wie es aussieht auch die Einheimischen gerne ihr Take-Away mitnehmen.32_leoburdog Nicht die Promis auf der Liste, aber der frische Duft nach Essen und auch der nette Inhaber hat uns schlussendlich überzeugt.Eine große Portion Fish& Chips wird in eine Tüte gepackt und bei schönem Wetter empfehle ich den kleinen Vorgarten der schönen Christ Chruch um die Ecke, um dort das Take-Away zu genießen. Sight-Seeing inklusive.

 

# Foam – Kitsch pur

Dieses kleine Cafe hat es mir besonders angetan. Ideal um sich mit einem Kaffee oder Tee (ich kann Orange& Coconut empfehlen) in absolut kitschiger Atmosphäre aufzuwärmen od33_foam.jpger eine Kleinigkeit zu essen. Neben normalen Gerichten auf der Karte, gibt es außerdem fantastischen Kuchen – wie der Chocolate& Vanilla, der einem auf eine süßen Wolke 7 schweben lässt.

 

 

#Kling – kleines Schmuckstück

Nach der Stärkung im Cafe Foam kann man die wiedergewonnene Energie ideal nutzen, um bei Kling  um die Ecke vorbeizuschauen. Dort gibt es ein paar tolle bezahlbare Einzelstücke an Kleidung und Accessoires und auch ich bin sofort fündig geworden (zu  Lasten meiner Kreditkarte).

#Söder & Kö

An Pubs mangelt es wirklich nicht in Dublin und  in jeder Straße findet man zahlreiche Möglichkeiten. Allerdings ist Söder & Kö wirklich ein toller Tipp für die Tanzwütigen unter uns. Neben einer tollen Bar und Elektromusik ist auch Platz um zu Tanzen. Etwas abseits der Tempel Bar haben wir dieses Lokal am St. Patrick’s Day gefunden , welches hauptsächlich von Iren besucht war. Dies merkt man auch schnell am Kleidungsstil. Weniger grüne kitschige Hüte und Brillen, dafür mehr Hipster-Look. Da haben auch wir unsere grünen Accessoires schließlich abgelegt ;-)

# Queen of Tarts

Für den notwendigen Zuckershock sorgt die heiße Schokolade mit Marshmellows und ein warmer Apple Tarte in diesem tollen kleinen Cafe. Sollte man hier keinen Platz finden, kann man den Kuchen auch mitnehmen. Die Preise für die Leckereien sind zwar nicht günstig und an Kalorien wird definitiv nicht gespart, aber ist absolut zu empfehlen und nach einem langen Tag darf man sich das auch ruhig gönnen!

20_hotchocolate.jpg35_appletarte.jpg

#Howth

Für alle, die Meeresluft schnuppern und ein paar Stunden an der Küste verbringen wollen, kann ich einen Ausflug nach Howth empfehlen. Dies ist ein kleines Fischerdorf ca. 30 Minuten von Dublin mit dem DART entfernt. Beim Spaziergang am Hafen entdeckt man mit etwas Glück Seerobben im Wasser und kann einem der Restaurants frischen Fisch genießen.

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Ich hatte eine tolle Zeit in Dublin und ist definitiv eine Reise für 3-4 Tage wert. Vielleicht konnte ich eure Neugierde und Reiselust wecken :)

Bis bald!

Eure Lisa

 

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