Entschleunigung – raus aus dem Hamsterrad

Hallo ihr Lieben,

ja mich gibt es noch – ich hab mir bloß eine kleine Sommerpause gegönnt und mich ausnahmsweise voll und ganz auf meine Offline-Aktivitäten konzentriert. Die Zeit dabei verging irgendwie wie im Flug und jetzt möchte ich langsam aber sicher meinen Online-Modus wieder aufnehmen. Ach ich freu mich wieder zu schreiben und die nächsten Wochen möchte ich Glücksmädl auch ein bisschen weiterentwickeln und langsam aus den Kinderschuhen führen – ihr könnt gespannt sein :). Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Beitrags, welches aber auch ein bisschen was mit Auszeit, Pausen oder dem Offline-Modus zu tun hat und sicherlich nicht nur mich in dieser großen, weiten und hektischen Welt beschäftigt.

Entspannst du noch oder entschleunigst du schon

Entschleunigung – ich weiß irgendwie scheint es sich hier um ein neues Modewort zu handeln und scheinbar entschleunigt aktuell jeder so irgendwie. Egal, ob auf den Malediven am Strand oder beim Yoga nach der Arbeit. „Entspannst du noch oder entschleunigst du schon?“ könnte hier das neue Motto sein und soll den Stress und die Hektik unserer Gesellschaft kompensieren. Dabei gilt es jedoch, im gleichen Tempo zu entschleunigen wie die anderen Aktivitäten absolviert werden. Klar im Eiltempo natürlich, weil es bleibt ja sonst nicht genug Zeit dafür und Zeit ist ja schließlich Geld schreit der innere Kapitalist in uns. Daher schnell nach der Arbeit zum Yoga hetzen, damit man nicht zu spät kommt oder zwischen 2 stressigen Arbeitswochen noch ein Thermenwochenende – Reiseverkehr und gestressten Mitreisende inklusive – schieben, um einfach einmal „abzuschalten“. Wenn man so darüber nachdenkt, klingt das nach einem absoluten Wiederspruch in sich und doch ertappe ich mich selbst manchmal bei solchen Aktionen. Warum eigentlich? Warum tut man sich sowas an?

Hamsterrad des Lebens

Oft habe ich das Gefühl, diese Welt dreht sich so rasend schnell, die Tage und Monate verfliegen und man kann einfach nicht Schritt halten. Egal wie viel man arbeitet, erledigt, unternimmt, tut und macht auf Grund der vielen vielen Möglichkeiten, die uns geboten werden, könnte man immer noch mehr, länger, weiter, besser und höher. Desto mehr man versucht, desto mehr hat man das Gefühl, in diesem Hamsterrad gefangen zu sein und doch nicht mit dem Tempo, welches man sich selbst oder auch andere vorlegen, mithalten zu können. Eigentlich finde ich, dass das Wort „Entschleunigung“ eine große Aussagekraft hat und relativ klar ausdrückt, um was es dabei geht. Es gilt aus diesem Teufelskreis auszubrechen, sein eigenes Tempo zu reduzieren und einfach mal einen Gang zurück zu schalten. Die Welt dreht sich ohnehin weiter, egal in welchem Tempo wir versuchen, mit dieser mitzuhalten. Nur das ist oft leichter gesagt als getan, denn was ist nun wirklich Entschleunigung und wie legt man diese Rolle des gestressten Hamsters ab? Wie wär’s mal mit durchatmen. Einfach atmen und sonst nichts. Ruhig ein und aus und dabei Nichtstun. Wohl das schwierigste Unterfangen in der westlichen Welt (in Indien z.B. ist Meditation und bewusstes Nichtstun schließlich ein wichtiger Bestandteil der Kultur) . Oder in dem man sich auch mal eine Pause gönnt, sich einfach mal nur zu Hause entspannt mit einem guten Buch auf der Couch oder in Ruhe seinen Gedanken nachhängt. Wann habt ihr euch das letzte Mal euren Gedanken ganz bewusst Raum und Zeit gegeben und euren Körper gespürt? Euren Atem beobachtet und euch einfach nur voll und ganz im Hier und Jetzt gefühlt? Entschleunigung ist keine einmalige Sache, die man mal schnell nebenbei so zur Abwechslung macht, auch wenn sich das viele da draußen manchmal wünschen würden. Ich befürchte, hier handelt es sich um eine Lebenseinstellung, die man lernen und sich erarbeiten muss.

Entschleunigung im Alltag

Klingt also nach einem weiten Weg und nach Arbeit (auch das noch), aber ich denke ein bisschen an sich zu arbeiten, hat noch keinem geschadet und es lohnt sich. Schließlich wäre es schön etwas ruhiger, geerdeter und gelassener durchs Leben zu gehen. Klar, auch Entschleunigung ist kein Allerheilmittel, bringt uns nicht sofort den Weltfrieden und es wird es immer wieder stressige Stunden, Tage und vielleicht auch Phasen im Leben geben, die uns manchmal fordern, weiterbringen und auch oft Spaß machen. Trotzdem sollten wir dabei nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren, uns ab und zu etwas zurücknehmen, uns eine Pause gönnen, in uns hineinhorchen und uns manchmal vielleicht auch nicht so wichtig nehmen. Ich denke, jeder von uns könne hier noch an sich arbeiten und das eine oder andere entspannter sehen. Auf dieser Welt gibt es schließlich schon genug Wut, Hass, Stress und Hektik, die uns wie man sieht auch nicht weiterbringen. Entschleunigen oder nicht, gewiss ist, wir haben nur dieses eine Leben und es wäre schade, wenn die Zeit an uns vorbeizieht, ohne davon etwas mitzubekommen.

Dieses Thema wird mich die nächste Zeit begleiten, da ich selbst versuchen werde, meinen Alltag mehr zu entschleunigen und dadurch bewusster zu erleben. Daher wird dieses Thema sicher auch den einen oder anderen Blogbeitrag zieren. Ich freu mich darauf – und ihr? 🙂

Bis bald,

eure Lisa

4 Comments

  • Nephtyis 16. August 2016 at 10:19

    Hallo Liebe Lisa,
    du sprichst ein Thema an welches ich schon seit zwei Jahren versuche umzusetzen, was mir auch gelingt aber eben nicht immer und vor allem bei den Menschen die weiter im Hamsterrad rennen nicht gut ankommt.
    Ich meditiere, mache Lu Jong, bekomme regelmäßig einen Stadtkoller- gehe dann raus in die Natur. Vor ein paar tagen fand ich einen feinen Spruch, der für mich gut zeigt worin das Problem liegt, da wir eigentlich nie einfach im Jetzt und Hier sind und deshalb der ganze Stress überhaupt entsteht:
    „Wir leben in einer Kultur, die komplett hypnotisiert ist von der Illusion der Zeit, in der der sogenannte ‚jetzige Moment’ nur noch gefühlt wird als unendlich kleiner Trennlinie zwischen der übermächtigen, alles verursachenden Vergangenheit und der allzu wichtigen Zukunft, die uns aufsaugt.
    Wir haben keine Gegenwart. Unser Bewusstsein ist nahezu vollständig mit Erinnerungen und Erwartungen beschäftigt. Wir verstehen nicht, dass es nie eine andere Erfahrung gab oder geben wird als die im Hier und Jetzt.
    So haben wir den Kontakt zur Realität verloren. Wir verwechseln die Welt, wie sie beschrieben und gemessen und über sie geredet wird mit der Welt, wie sie wirklich ist. Wir sind erkrankt an einer übertriebenen Faszination für Werkzeuge wie Namen und Zahlen, Symbole und Zeichen, Konzepte und Ideen.“
    Herzliche Grüße, Eva

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    • gluecksmaedl 16. August 2016 at 19:51

      Liebe Eva,
      vielen Dank für dein Kommentar – wie recht du doch hast. Es ist wohl nicht immer einfach, aber vor allem die Natur oder auch Meditation gibt einen so viel zurück und auch ich schöpfe oft meine Energie daraus. Vielen Dank auch für deinen Spruch, welcher die Sache auf den Punkt bringt. Schade, dass wir oft das Hier und Jetzt aus den Augen verlieren, weil wir so mit Dingen der Zukunft und unserer Vergangenheit zu kämpfen haben. Man kann nur versuchen, immer wieder zurückzufinden. Herzlichst Lisa

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  • Seite nicht gefunden – Glücksmädl 21. August 2016 at 20:41

    […] Entschleunigung – raus aus dem Hamsterrad […]

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  • Einsiedler VS Social Media Wahnsinn – Glücksmädl 21. August 2016 at 20:41

    […] einer stressigen Zeit hilft oft nur Entschleunigung. Wie auch schon in meinem letzten Artikel beschrieben, ist dies allerdings kein kurzfristiges […]

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