mohnblume

Hätte ich doch – warum wir manchmal mutiger sein sollten

Wann leben, wenn nicht jetzt?

Die Zeit vergeht wie im Flug. Sekunden, Minuten, Stunden, Tage und Wochen verstreichen. Wir haben oft das Gefühl, dass unser Leben endlos so vor sich hin läuft mit seinen Höhen und Tiefen, guten und schlechten Tagen. Dass wir noch ewig Zeit haben.

Und doch gibt es Momente, in denen wir innehalten und bemerken, dass unsere Sanduhr des Lebens kontinuierlich ohne Pause weiterrinnt – Sandkorn für Sandkorn. Gleichmäßig und ohne sich dabei aufhalten zu lassen. Blöderweise können wir nicht einfach schnell nach Lignano zum Strand fahren und unsere Sanduhr mal eben wieder auffüllen. Mit etwas Glück können wir nur am Ende auf unsere Vergangenheit, unser Leben zurückblicken und werden hoffentlich zufrieden mit unserem Werk sein. Vielleicht fragen wir uns aber auch, was gewesen wäre, wenn wir mutiger gewesen wären, sorgloser gelebt und Entscheidungen ganz anders getroffen hätten. Hätte ich doch…

Schon oft haben mir Menschen, die einen Großteil ihrer Lebenszeit schon hinter sich haben, einen liebevollen Rat mit auf den Weg gegeben: „Du bist noch so jung, gesund und flexibel. Genieße jetzt deine Zeit, lebe, mache Fehler und sei mutig – denn irgendwann ist es zu spät.“ Sie haben recht. Das wusste ich gestern wie heute schon. Sie haben schon so viel erlebt, schon viele Erfahrungen gemacht und wünschten vielleicht, manche Dinge anders getan zu haben. Mir selbst ist meine glückliche Lage -meine Lebenssituation mit noch so vielen Chancen und Möglichkeiten – dabei aber nicht immer bewusst und leider weiß ich sie manchmal zu wenig zu schätzen. „Ach ich habe ja noch Zeit und ich bin gerade so beschäftigt.“ Zu beschäftigt damit, ständig im Hamsterrad zu laufen – ohne Pause und vielleicht auch ohne Ziel. Außerdem ist diese flauschige, weiche Komfort-Zone manchmal einfach zu gemütlich, um sie zu verlassen. Obwohl man oft schon weiß, dass man damit nicht richtig glücklich wird.

Hätte ich doch…

Desto mehr ich nun über diese Worte nachdenke, desto bewusster wird mir, wie wahr sie sind. Wie kostbar unser Sand in der Sanduhr ist und wie besonders es ist, noch so viele Möglichkeiten zu haben. Chancen ergreifen, Entscheidungen treffen und jeden Moment neu gestalten zu können. Oft kosten neue Wege Überwindung und Kraft, sie sind ungewiss, nicht immer leicht und wir werden erst am Ende wissen, wohin sie uns führen und ob sie richtig waren. Aber verpasste Chancen, die wir auf Grund von Angst oder Bequemlichkeit nicht genutzt haben, sind wohl die, die wir am meisten bereuen. Die, wo wir uns irgendwann denken – hätte ich doch. Hätte ich doch, mehr von den Dingen getan, die mich glücklich machen, nicht so viel gearbeitet, mehr Zeit mit meinen Lieblingsmenschen verbracht, mir mehr Zeit für mich selbst genommen, meine Träume verwirklicht, mich einfach getraut und nicht so viel Angst gehabt.

Das Schöne ist, das alles können wir noch tun.

Ich wünsche euch, dass ihr mutig seid, Chancen ergreift und immer wieder einmal innehaltet und euch dieses wundervolle Leben bewusstmacht. In diesem Sinne ein schönes Wochenende 🙂

Eure

Lisa

2 Comments

  • horstgassner 11. Juni 2017 at 11:02

    Liebe Lisa!

    Sehr schöner Artikel!

    Jaja, die Sanduhr … und egal, wie alt wir auch sind – wir wissen nie, wie viel Sand für jeden von uns überhaupt noch übrig ist, die Sanduhr nicht gar schon morgen in Scherben liegt. Nur von der Zukunft zu träumen, Dinge zu verschieben, weil der Mut oder der Antrieb fehlt, kann also durchaus auch bedeuten, manche Dinge dann eben nie getan zu haben, wenn wir „unseren Löffel abgeben“.

    Trotzdem: bei aller Eile, etwas tun zu müssen, weil es am Ende vielleicht sogar zu spät sein könnte – etwas zu überstürzen, ist auch nicht immer die beste Lösung.

    „Man bereut nie, was man getan, sondern immer, was man nicht getan hat.“
    – Marc Aurel

    Leider ist es nicht so einfach, wie so manches Zitat es auf den ersten Blick erscheinen lassen mag. Was habe ich am Ende vom Leben, zu viel gewagt zu haben und für diesen Mut (zu oft) bestraft worden zu sein, weil es eben doch schief ging? Das Leben ist und bleibt eine Gratwanderung. Jede Entscheidung hat ihre Konsequenzen.

    Wäre es nur für uns selbst – alles nicht soooo tragisch, wenn auch im Falle einer folgenreichen Fehlentscheidung natürlich trotzdem bitter. Aber zumindest ließe sich das noch positiv als Erfahrung für die Zukunft nutzen.

    Mit unseren Entscheidungen beeinflussen wir oft aber auch die Leben anderer. Und hier kann es dann wirklich schwierig werden. Denn wenn wir (schwerstens gealtert 😉 ) auf einer Terrasse sitzend auf unser Leben zurückblicken, dann wollen/sollten wir das auch in der Hinsicht tun, dass wir durch unsere Entscheidungen möglichst wenig anderen Leuten ihr Leben vermiest oder schwer gemacht haben.

    Aber klar: deshalb gleich im Bett liegen zu bleiben, um nur möglichst wenig falsch zu machen, ist auch keine Lösung 🙂 . Also grundsätzlich haben deine Ratgeber „die den Großteil ihrer Lebenszeit schon hinter sich haben“ natürlich recht. Wenn die junge Generation nichts wagt, wer dann?

    Ich wünsche dir den Mut, vieles zu wagen und das Glück, dass dir so viel als möglich davon auch gelingt! Als Glücksmädl sollten zumindest die Grundvoraussetzungen vorhanden sein 🙂 .

    Have fun
    Horst

    Reply
    • Lisa Mayrhofer 11. Juni 2017 at 12:34

      Lieber Horst!

      Wow danke für dein langes und ausführliches Kommentar!

      Du hast natürlich vollkommen recht, dass man desshalb nicht rücksichtslos übereilte Entscheidungen treffen und Maßnahmen ergreifen sollte, aus Angst etwas zu verpassen. Wie du richtig sagst, leben wir ja (meistens Gott sei Dank ) nicht alleine auf diesem Planeten und alles was wir tun, hat immer Auswirkung auf unser Umfeld. Aber das ist auch das Schöne dran, man kann Dinge positiv verändern, wenn man möchte und diese Chancen sollte man nutzen.

      Danke für deine Worte!

      Have Fun 2
      Lisa

      Reply

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: