Ohne Plastik – nachhaltig glücklich sein

Nachhaltig glücklich sein

Jahresvorsätze – achja da war doch was. Nach ein paar Monaten erinnert sich vielleicht der eine oder andere noch dunkel daran. Viele Dinge, die man sich vorgenommen hat, stehen vermutlich noch als offene Punkte auf der imaginären Liste, den einen oder anderen hat man aber vielleicht auch schon im Alltag integriert und ein paar hat man wohl schon wieder erfolgreich verdrängt. Bloß nicht demotivieren lassen – da geht es uns wohl allen gleich. Nicht nur der Jahresbeginn, sondern jeder neue Tag birgt die Chance, bereits über Board geworfene Vorsätze wieder aufzunehmen oder noch unverwirklichte Pläne, endlich in die Tat umzusetzen. Auch ich hab mir meine Vorsätze die letzten Monate immer wieder vor Augen geführt. Vor allem das Thema Plastikfreiheit und Nachhaltigkeit liegt mir sehr am Herzen und ich bemühe mich zunehmend meine Einkaufgewohnheiten umzustellen. Von meinen bisherigen Erfahrungen und den Herausforderungen möchte ich euch gerne in den nachfolgenden Zeilen berichten.

20(0) – die magische Zahl des Plastiks

Plastik ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor und auch unserem Leben nicht mehr wegzudenken, keine Frage. 200 x 4 Millarden Euro Umsatz pro Jahr erwirtschaftet die Kunststoffindustrie. Allerdings sind die Fakten schwarz auf weiß doch ziemlich erschreckend. Jeder EU-Bürger braucht im Durchschnitt ca. 200 Plastiktüten  alias „Plastiksackerl“ im Jahr (davon sind 90% Einwegtüten). Jährlich werden über 200 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Im Vergleich dreht eine einzelne Plastiktüte ca. 20 Jahre ihre Runden in den Weltmeeren und Ozeanen (dort wird der meiste Kunststoffe entsorgt) bis diese zerfällt bzw. braucht eine Petflasche  mindestens 200×2 Jahre wenn nicht länger bis sich diese zersetzt. Allerdings löst sich das Plastik auch nach so vielen Jahren nie komplett auf. Was dies für die Zukunft unseres Planeten bedeutet, will man sich vermutlich nicht ausmalen, ist vielen wohl nicht bewusst oder manchen vielleicht auch einfach egal.

„Nur noch kurz die Welt retten – noch 148 Mails checken“

Oft hemmt die Frustration einen und man denkt:“Ich alleine gegen den Rest der Welt kann ohnehin nichts bewegen.“ Wir verschließen lieber die Augen und sehen einfach nicht hin. Nach dem Motto: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Eines müssen wir uns eingestehen, dies ist der leichtere und bequemere Weg für uns. Schließlich haben wir mit genug Problemen jeden Tag zu kämpfen und sind so schon gut mit der Gestaltung unserer Zukunft beschäftigt.

Und doch glaube ich an die Superhelden da draußen, die sich Tim Bendzko anschließen und eben mal schnell noch die Welt retten. Auch wenn es nur die kleine Schritte, dafür aber in die richtige Richtung, sind.

 1, 2, 3 plastikfrei

Wie viel und welche Schritte man setzt, entscheidet natürlich jeder für sich und ist mit Sicherheit an die Lebensumstände gebunden sowie land-  und ortsabhängig. Ich persönlich gliedere meine Maßnahmen in 3 große Rubriken:

Mülltrennung und Recycling

Obwohl ich schon von Kindheit an  Müll trenne, bin ich mir doch nicht immer so sicher wie die Trennung genau zu erfolgen hat, warum diese von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ist und ob dies wirklich sinnvoll ist. Wer kenn sie nicht diese Zweifel und die Aussage „Am Ende landet eh alles wieder zusammen.“ Hier habe ich einen ganz interessanten Artikel auf derstandard.at gefunden, warum und wie das Trennen und Recycling in Österreich durchaus sinnvoll ist. Auch lässt sich hier über die Eingabe der Postleitzahl leicht feststellen, wie die Vorschriften im jeweiligen Ort bzw. der Gemeinde in Österreich zu beachten sind. Wie Glas am besten recycled wird, ist außerdem hier gut beschrieben. Für Deutschland würde ich hier vorbeischauen.

Plastikfasten und Müllvermeidung

Mittlerweile bin ich schon auf einige Blogs gestoßen, die Plastikfasten und somit Kunststoff weitgehend vermeiden. Schaut doch mal bei Plastikfreiheit vorbei, hier kann man sich Inspiration suchen und wertvolle Tipps abschauen :-). Auch ich versuche mich derzeit daran, auf unnötiges Verpackungsmaterial zu verzichten und habe bereits festgestellt, dass dies oft gar nicht so einfach und bei einigen Dingen unmöglich ist. Wo es mir jedoch leicht fällt ist der Bereich Obst & Gemüse. Gerade in Salzburg gibt es einige tolle Wochenmärkte, Bioläden und auch kleine Gemüsestände wo man fast komplett verpackungsfrei (bewaffnet mit Tragetasche und Einkaufskorb) einkaufen kann. Ich habe es mittlerweile zu einem Ritual gemacht, am Freitagnachmittag meinen Gemüsestand aufzusuchen und dort einen Großteil meines Wocheneinkaufs zu erledigen. Neben frischem Obst und Gemüse gibt es meist auch Brot, Fisch, Eier und Joghurt in Gläsern aus der Region. Auch begegnet man dort auch noch sehr liebenswerten Menschen, die sich um ihre Stammkunden bemühen und einen weiteren Grund darstellen, gerne dort einkaufen zu gehen. Nähere Infos zum Standort und Verkauf der Produkte von Paula’s Hofladen findet ihr auf der Homepage.

Generell entwickelt man plötzlich ein höheres Bewusstsein gegenüber dem Konsum. Brauche ich das wirklich, unbedingt und aus tiefster Überzeugung? Die Frage stelle ich mir zurzeit beim Einkaufen von Lebensmitteln, aber auch in anderen Bereichen oft und es passiert mir nicht selten, dass ich im letzten Moment etwas auf Grund der übertriebenen Verpackung zurücklege oder weil ich es in Wahrheit einfach nicht benötige. Ja, ich bin eine der Unentschlossenen, die Dinge vor der Kassa dann doch wieder weglegt 😉

Verkaufen, Verschenken, Weitergeben und Aufwerten

Flohmarkt-Apps boomen, gebrauchte Gegenstände zu verschenken ist kein Tabu mehr und DIY und Upcycling ist in aller Munde. Letzteres ist vermutlich einer der vielen Gründe, die uns hier auf WordPress & Co verbinden und mit welchen Absichten auch immer Blogger gerne basteln, stricken, Dinge selber machen – der Kreis schließt sich doch irgendwie und ich habe das Gefühl, dass bereits ein Umdenken stattgefunden hat. Es gibt fast immer jemanden der ungenutzte Dinge vielleicht noch brauchen kann (auch ich hab schon in Flohmarkt-Apps verkauft und gekauft) oder tolle Ideen hat, wie man Dinge wiederverwerten kann. Hört nicht auf, euch Inspiration zu suchen und eure Ideen zu teilen, vielleicht können wir ja doch noch die Welt retten.

 

Links und Quellen:

Stand: 12.03.2016; http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/plastiktueten-eu-setzt-grenzen-um-plastik-muell-zu-vermeiden-a-1031096.html

Stand: 12.03.2016; http://www.plastic-planet.de/hintergrund_wirtschaftsfaktor.html

Stand: 12.03.2016; http://www.zeit.de/2015/26/plastikmuell-nordsee-recycling-umweltschutz/seite-2

Stand: 12.03.2016 https://www.global2000.at/%E2%80%9E-sackerl-dazu%E2%80%9C

Stand: 13.03.2016 http://www.songtexte.com/songtext/tim-bendzko/nur-noch-kurz-die-welt-retten-6be972a2.html

2 Comments

  • Anka Hoerster 31. März 2016 at 22:17

    Was für ein toller Beitrag! So leicht finde ich mich angesicht dieser Dinge in einer Art Ohnmacht wieder. Es hilft mir sehr so viele gute Informationen und Inspiration an einem Ort zu finden. Danke!

    Reply
    • gluecksmaedl 1. April 2016 at 0:32

      Liebe Anka, schön, dass dich mein Beitrag inspiriert hat 🙂

      Reply

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: