Schwesterherz – Mädchenflohmarkt in der Panzerhalle

Flohmarkt – 2.Chance für ungeliebte Dinge

Gestern war ich zum ersten Mal auf dem Schwesterherz Mädchenflohmarkt in der Panzerhalle Salzburg. Ich finde die Location ideal für eine Veranstaltung dieser Art und sie bietet auch genügend Platz für viele viele Dinge, die Frauenherzen höher schlagen lassen. Das Gesamtkonzept fand ich sehr gut,  den Eintritt von € 6,– (ohne Parkgebühr) für einen Flohmarkt fast ein bisschen zu teuer, aber trotzdem den Besuch wert. Viele Mädls haben die Chance genutzt und Dinge, die sie nicht mehr brauchen, wollen oder die nicht mehr passen aussortiert, gestapelt und präsentiert. Alle mit dem gleichen Ziel – einen glücklichen, neuen Besitzer zu finden. Die Qualität des Angebots war wirklich sehr unterschiedlich, von sehr schönen Dingen fast ohne Gebrauchsspuren bis hin zu Kleidung, die maximal noch verschenkt werden kann. Allerdings kann man sagen, dass man mit etwas Glück bestimmt fündig wird und das eine oder andere Teil für wenig Geld bekommen kann. So viel kann ich euch verraten, auch ich hab bei ein paar Teilen zugeschlagen.

Erschreckend ist allerdings, wie viel eigentlich jeder hat. Kleider, Taschen, Schuhe, Schmuck.. Umso schöner finde ich das Konzept, einfach mal in gebrauchten Dingen zu stöbern und dem einen oder anderen Kleidungsstück ein zweites Leben zu schenken.

„Was ziehe ich bloß an“

Prinzipiell hat man viel zu viel Zeug, oder? Der Kleiderschrank platzt aus allen Nähten und trotzdem steht Frau in der Früh davor und weiß nicht was sie anziehen soll. Von Männern folgen meist irritierte und unverständliche Blicke, aber sie sagen schon längst nichts mehr dazu. Schließlich wird alles was in diesem Moment gesagt wird, später gegen sie verwendet und man kann es Frau gar nicht recht machen. An dieser Stelle schon mal ein großes SORRY an die Männer da draußen, ist gar nicht so gemeint ;-).

Zum Glück tritt dieses Phänomen mittlerweile recht selten bei mir auf. Die große Panik „was ziehe ich bloß an“ kommt eher bei wichtigen Events als in der morgendlichen Alltagsroutine. Größenteils liegt es daran, dass ich mir beim Einkaufen meist schon ziemlich genau überlege, in welcher Kombination ich die Dinge tragen möchte bzw. kaufe sie oft erst gar nicht, wenn das gute Stück weder zu Schuhe, Jacke oder Tasche passt. Die andere Variante wäre ein gesamtes Outfit kaufen, aber das ist wohl die teuerste Option.

Einkaufen und das schlechte Gewissen danach

Nun aber zurück zum Thema, dies ist ja schließlich kein Fashion-Blog (das überlasse ich gerne den talentierten Fashionistas da draußen 🙂 ). Obwohl man weiß, dass genug Zeug im Kleiderschrank dahinvegetiert, vieles vielleicht kaum bis nie getragen, übermannt einen manchmal die Kauflust. Ja und noch dazu obwohl einem bewusst ist, dass die meisten Dinge durch billige Arbeitskräfte in anderen Ländern hergestellt werden und absolut nicht fair sind. Blöd nur, dass Einkaufen trotzdem Spaß macht und zu mindestens kurzfristig glücklich. Spätestens wenn man aber wieder vor seinem vollen Kleiderschrank steht und feststellt, dass man das Teil wirklich nicht gebraucht hätte und eigentlich gar nicht mehr so toll findet, macht sich ein schlechtes Gewissen breit und das Glück ist futsch.

Doch was macht man nun gegen dieses Gefühl und auch dieses Problem unserer Gesellschaft? Man kann ja auch nicht nichts kaufen? Ich bin der Meinung, folgende kleine Punkte können schon helfen, um den Inhalt des Kleiderschranks zu verkleinern sowie das langfristige Glück zu vergrößern.

Wie werd‘ ich ihn los – der böse Ballast im Kleiderschrank

Loslassen – Zu viele Dinge sind Ballast, die uns das Leben unnötig schwer machen. Auch im Kleiderschrank kann dies der Fall sein – spätestens wenn wir gar nicht mehr wissen was sich in den Tiefen so alles befindet. Dann ist die Zeit gekommen, sich auch mal von Dingen zu trennen. Hier gilt die Regel – alles was in den letzten 1-2 Jahren nicht mehr getragen wurde, kommt weg. Verschenken, Verkaufen, Up-Cycling lautet hier das Zauberwort.

Tauschen und verschenken –  Ich habe mich schon früher immer selbst über geschenkte Kleidung gefreut. Oft waren Dinge dabei, die zu meinen persönlichen Lieblingsstücken wurden. Warum also nicht auch selbst einer Freundin oder Familienmitglied eine Freude machen? Zudem können manche Menschen Dinge dringender benötigen als wir. Einrichtungen wie die Caritas  oder Hai nehmen schöne und saubere Kleidung auch immer gerne an und Verschenken macht einen irgendwie selbst ein bisschen glücklich.

Qualität – Produkte in besserer Qualität halten natürlich auch länger. Wenn man schon neue Dinge kauft, sollte oft lieber in ein paar hochwertigere Teile investiert werden, die im besten Fall auch noch fair und umweltfreundlich produziert wurden.

Zeit – So viel Zeit muss sein, um kurz darüber nachzudenken, ob es sich wirklich um ein Must-Have handelt oder ob man sich gerade nur von seinen Gefühlen „ich will, ich will, ich will“ leiten lässt. Nach ein paar Minuten im Laden finde ich manche Dinge gar nicht mehr so toll und bin im Nachhinein froh, dass ich sie doch nicht gekauft habe. Hat man die Stimme in seinem Kopf auch mal gekonnt ignoriert und ist man dem Jagd- und Sammlertrieb nicht nachgegangen, darf man dann auch ein bisschen stolz sein. Weniger ist auch im Kleiderschrank mehr.

Neu vs. gebraucht – manche Dinge muss man nicht immer neu kaufen. Es gibt so viele Möglichkeiten auf Tauschbörsen, auf Flohmärkten oder auf Plattformen wie Kleiderkreisel oder Shpock gebrauchte Kleidung zu kaufen. Schwesterherz Mädchenflohmarkt ist ebenfalls ein tolles Beispiel dafür und es macht auch richtig Spaß, ein bisschen zu stöbern und man findet vielleicht auch das eine oder andere coole Vintage-Stück.

Wie bei allen Dingen spielt hier das Bewusstsein eine große Rolle und auch Einkaufen ist ok mit Maß und Ziel. Trotzdem sollten wir manchmal darüber nachdenken, ob wir das wirklich alles brauchen.

Viel Spaß beim Ausräumen und Stöbern

Eure Lisa

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