Verliebt in Venedig

Bilder im Kopf

Man hat viele verschiedene Bilder im Kopf wenn man an Venedig denkt. Jene Stadt, die bekannt ist für den Karneval, venezianische Masken, romantische kleine Gassen, Menschenmassen und teuren Kaffee am Markusplatz. Ja, da gibt es viele. Ich muss sagen, dass ich im Grunde ebenfalls Vorstellungen und trotzdem wenig Erwartungen hatte. Ich habe versucht,  die Stadt auf mich wirken zu lassen – einfach so wie sie ist und ich wurde in keinster Weise enttäuscht. Nein, ganz und gar nicht. Unter der kitschigen, touristischen Oberfläche verbirgt sich eine wunderschöne italienische Stadt mit vielen verschiedenen Facetten. Man braucht wohl nur ein bisschen Zeit, um diese zu entdecken.

 

Tunnelblick

Vielleicht liegt es an der turbulenten Anreise, dass ich die Stadt so strahlend, friedlich und bunt erlebt habe und vielleicht habe ich auch einfach versucht, die Zeit für einen Moment still stehen zu lassen. Die Zeit rast momentan an mir vorbei und ich habe das Gefühl, dass ich oft nicht weiß wohin. Die vielen privaten und beruflichen Projekte tragen sie fort, weit hinaus und am Ende des Tages frage ich mich immer wieder, wo diese wohl geblieben ist. So wie die Zeit, sind auch die wenigen Sekunden in diesem Tunnel an mir vorbeigerast als mir plötzlich mit Blick auf die Straße zuerst Bremslichter und schließlich aus dem Nichts 2 Scheinwerfer entgegen leuchteten. Irgendwas an dieser Situation konnte nicht stimmen und in einem Bruchteil einer Sekunde dachte ich mir nur, dass es in einem Autobahntunnel doch keinen Gegenverkehr geben kann. Einen tiefen Atemzug hat es gedauert, bis ich die Bremswirkung spürte, wir die Spur wechselten und wie ein Wunder, in einer schmalen Lücke zwischen zwei Autos Platz fanden. In der letzten Sekunde und ohne Kratzer. Dafür aber mit einem großen Schutzengel und einer Erfahrung in Sachen Geisterfahrer reicher – auch wenn ich empfehlen kann, darauf zu verzichten.

Italienische Glücksmomente

Vermutlich gerade deswegen, kam mir die Zeit an diesem Wochenende so lange und wertvoll vor und sind meine Erinnerungen an Venedig so lebendig . Es ist schön, sich einfach nur treiben zu lassen – ohne Stress und ohne konkretem Ziel. Durch die vielen Gässchen der Stadt zu schlendern und diese auf eigene Faust zu erkunden. Immer wieder stehen zu bleiben und inne zu halten. Ja, das sollte man viel öfter machen, diese Schreckenssekunden zeigen schließlich, dass Glücksmomente etwas besonderes und nicht unendlich sind. Venedig ist ein perfekter Ort, um wieder damit anzufangen, diese schätzen zu lernen.

Das Wochenende selbst haben wir in einem wunderschönen Apartment in Mitten von Venedig und direkt am Kanal verbracht. Ich finde es spannend, die Häuser in den Städten von innen zu erleben und bin immer wieder überrascht was sich oft hinter einer unscheinbaren Fassade versteckt. Auch bekommt man einen kleinen Einblick wie die Menschen dort leben. Da die gesamte Stadt nicht für Autos befahrbar ist, ist es ratsam, das Auto am Stadtrand (z.B. in einem Parkhaus bei Tronchetto für € 21 pro Tag) abzustellen. Ja, das ist zwar nicht billig für einen Parkplatz am Stadtrand, aber eine Tasse Cappucino am Markusplatz ja auch nicht ;-). Von dort empfiehlt es sich 2 Stationen mit dem People Mover zu fahren und anschließend zu Fuß in die Innenstadt zu gelangen. Im Herzen von Venedig angekommen, bietet sich natürlich das Vaporetto (für alle Nicht-Italiener – Wasserbus ;-) ), das gängigste Fortbewegungsmittel, an mit welchem man nahezu alles problemlos erreicht. In circa 2-3 Tagen in Venedig kann man ohne Stress einiges sehen und die Stadt bietet viel Raum für schöne Stunden.

Lisa’s Top 5

#5 Dogenpalast und Markusplatz

Touristenprogramm ja, aber bitte nicht am Vormittag. Nach einem langen und ausgiebigen 02_dodgepalace.jpgSpaziergang am Tag, haben wir die Gunst der Stunde genutzt und um ca. 6 Uhr am Abend den Dogenpalast sowie den Markusplatz erkundet. Es machte den Anschein, als haben viele Tagestouristen bereits das Feld geräumt und nach circa 2 Minuten Wartezeit waren wir auch schon im Gebäude. Der Innenhof war schon recht leer und man konnte somit in Ruhe durch den Palast schlendern. Die Tour endet schließlich im Inneren der Seufzerbrücke , durch die die Verurteilten früher ihren letzten Gang der Freiheit bestritten. Zum Glück wurde man anschließend selbst wieder in die Freiheit entlassen. Glück gehabt ;-)

# 4 Italienisches Essen und Cappucino

Ich liebe italienisches Essen und das schöne an einem eigenen Apartment ist die Möglichkeit, selbst Frühstück zu zubereiten. Frisches Obst und Gemüse, italienischer Parmesan und Prosciutto oder Joghurt machen ein einfaches, selbstgemachtes Frühstück zu einem Highlight. Auch auf italienischem Cappucino konnte ich natürlich nicht verzichten.

#3 Murano

Die kleine Insel Murano war für mich ebenfalls ein sehr schönes Erlebnis und hat sich außerhalb der Touristenmassen als empfehlenswerter Ausflug entpuppt. In der Basilika wurde gerade ein Gottesdienst abgehalten und nach draußen drangen italienische Lieder. 10_murano.jpgIn den kleinen Gässchen abseits konnte man in Ruhe die kleine Insel erkunden und auf dem Weg kommt man immer wieder an kleinen Läden mit Murano-Glas vorbei. Allerdings sollte man darauf achten, dass es sich dabei um echtes Glas von der Insel handelt und nicht um importierte Billigware. In machen Geschäften findet man im Anschluss auch direkt eine Glasbläserei, in der man den Künstlern bei der Arbeit zusehen darf. Sehr beindruckend.

#2 Friedhofsinsel

Eine Friedhofsinsel zu besuchen, kommt einem im ersten Moment doch etwas komisch 12_kreuzgang.jpgvor, aber diese war wohl einer der schönsten Orte in Venedig. Der menschenleere Kreuzgang war ein Platz der Ruhe und Stille und ganz abseits konnte man ein paar Minuten verweilen, der Hitze entkommen und seinen Gedanken nachhängen. Vor allem die Ruhe verschafft den Ort etwas Besonderes.

 

#1 Vaporetto

Ich muss sagen, dass mir eine Fahrt mit einer Gondel einfach zu kitschig vorkam. Kitschig, teuer und doch eine Spur zu touristisch. Ein Tagesticket für das Vaporetto ist eine tolle und 16_vaporetto.jpggängige Alternative, Venedig per Schiff zu erkunden. Am besten kauft man hier ein 24h-Ticket beim nächsten Zeitungsstand, welches dort günstiger als bei den offiziellen Verkaufsstellen ist (€ 20). Etwas abseits der Standardroute haben wir das Vaporetto der Linie 4.1 von Guglie bis nach Murano genommen. Insgesamt dauerte die Fahrt circa 2 Stunden, da wir uns extra für die lange Route rund um die Insel entschieden haben. Es macht Spaß, wenn  man einen Platz am Deck des Schiffes ergattert und der kühle Fahrtwind durch die Haare fegt. Auch sollte man nicht wasserscheu sein. Es kann passieren, dass durch das Fenster im unteren Bereich der Sitzplätze auch mal Wasser in einer Kurve schwappt und einen auch mal eine salzige Abkühlung verpasst. Zum Glück war dies auf der Rückfahrt ;-)

Ich hatte eine wunderschöne Zeit in einer wunderschönen Stadt und kann diese nur jedem weiterempfehlen.

Alles Liebe und viele Glücksmomente wünscht euch

Eure Lisa

 

4 Comments

  • gluecksmaedl 6. Juli 2016 at 17:31

    Dankeschön freut mich sehr ☺️

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  • Amore Mio -selbstgebackene Cantuccini – Glücksmädl 24. Juli 2016 at 22:44

    […] letzte Reise nach Venedig hat mir wieder einmal gezeigt, wir schön der italienische Flair, die Sprache, die […]

    Reply
  • monaskleineweltblog 25. Juli 2016 at 21:58

    Venedig ist immer wieder eine Reise wert. Ich liebe die Insel, kenne aber auch einige die sie nicht mögen, was ich nicht verstehen kann. Besonders schön finde ist sie abseits des Tourismus. Einfach ins Vaporetto, irgendwo aussteigen und erkunden. Herrlich. Danke für die Urlaubserinnerungen! 🙂
    LG Mona

    Reply
    • gluecksmaedl 25. Juli 2016 at 22:07

      Liebe Mona, danke für deinen Kommentar – stimmt ich hab die Zeit dort auch richtig genossen. Venedig ist so schön abseits vom Tourismus, man muss die Stadt nur von der richtigen Seite kennenlernen 🙂
      Herzliche grüße lisa

      Reply

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