Lagom
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Glückliche Balance – 5 Tipps für mehr Lagom im Leben

5 Tipps für mehr Lagom

Das schwedische Wort Lagom bedeutet so viel wie genau richtig und transportiert gleichzeitig einen wichtigen Teil der schwedischen Gesellschaft. Einen Lebensstil, der tief verankert ist. In meinem Beitrag Lagom – auf dem Weg zum glücklichen Leben könnt ihr gerne nachlesen was Lagom nun genau bedeutet und was hinter dieser Lebensweise der Schweden steckt. Seit ich auf Lagom gestoßen bin, fasziniert mich dieser Ansatz und ich habe für mich überlegt was ich persönlich aus Lagom mitnehmen kann. Ich habe 5 Punkte zusammengefasst die für mich Lagom sind und die ich zukünftig mehr in meine eigene Lebensweise integrieren möchte. Vielleicht verhelfen auch euch diese 5 Tipps zu mehr Lagom.

#1 Lagom sprechen

Die Schweden sind sehr aufrichtig und direkt und reden nicht lange um den heißen Brei herum. Auf ein „Wie geht’s?“ wird ein Schwede immer eine ehrliche Antwort geben. Das kenne ich aus unserer österreichischen Kultur oft ganz anders. Nur gute Freunde oder Familie würden die Frage ehrlich beantworten und ein bisschen mehr Direktheit würde oft gar nicht schaden. Speziell der Ansatz ein ehrliches nein ist besser als unehrliches ja finde ich in diesem Zusammenhang sehr erstrebenswert. Auch ich sage manchmal zu Dingen ja, obwohl eher ein nein angebracht wäre und man schlussendlich auch nur halbherzig bei der Sache ist. Somit sage ich ja zu mehr Mut zur Ehrlichkeit, denn nur so kann man die Dinge auch wirklich lagom tun.

#2 Zuhören

Neben Lagom sprechen, ist vor allem auch das Zuhören ein wichtiger Bestandteil von Lagom. Es geht darum, sich nicht immer selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern anderen Menschen ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und diesen einfach nur richtig zuzuhören. Auch ich ertappe mich manchmal dabei, dass ich vor Freude, Aufregung oder auf Grund anderen Gefühlsregungen gerne meine Gedanken und Erlebnisse teile. Dagegen spricht ja prinzipiell auch nichts, aber so sehr man sich auch die Aufmerksamkeit anderer wünscht, so sollte man sich selbst ruhig mehr im Zuhören üben. Also her mit euren Geschichten und Erlebnissen 😉

#3 Fika – Pause machen

Die sogenannte „Fika“ ist eines meiner Lieblingsrituale der Schweden. Hier geht es um eine kurze Auszeit, um eine Pause von dem was man gerade tut. Während der Arbeitszeit oder auch am Wochenende trifft man sich traditionell mit Kollegen oder Freunden auf Kaffee, Zimtschnecken oder Kuchen, um zu plaudern. Die Fika ist dabei schon fast eine Religion. Dabei gönnt man sich seinen Gedanken eine kurze Auszeit und kommt wieder zur Ruhe. Auch ist die Fika ein wichtiger Bestandteil der Work-Lifebalance, stärkt den Zusammenhalt im Team und macht außerdem produktiver. Die Schweden vollziehen dieses Ritual jeden Vormittag und Nachmittag für 15 Minuten zusätzlich zur Mittagspause. So oft muss es für mich dann nicht sein, aber es erinnert mich daran, selbst immer wieder eine kleine Fika für mich einzuplanen.

#4 Lagom – Stil

Schon länger gefällt mir der skandinavische Wohn- und Kleidungsstil sehr gut. Ich mag aufgeräumte, helle und doch gemütliche Räume, funktionales Design und auch harmonische Farben. Das heißt nicht, dass es nicht auch mal bunt und chaotisch bei mir zu geht, aber Struktur und einem roten Faden brauche ich zum Wohlfühlen. Daher finde ich mich auch in dem Stil von Lagom wieder und möchte auch zukünftig noch mehr darauf achten, mich mit Dingen zu umgeben, die mir gefallen und die mir stehen. Dafür mit Maß und Ziel, in möglichst guter Qualität, gerne auch gebraucht und idealerweise nachhaltig.

#5 mehr Lagom für unseren Planeten

Last but not Least nun zum fast wichtigsten Punkt, den ich für mich mitgenommen habe. Ich bewundere die Schweden wahnsinnig für ihren Aktionismus und ihre Einstellung gegenüber unserer Umwelt. Recycling ist ein wichtiger Standard, aufs Auto wird so oft wie möglich verzichtet und lieber das Fahrrad gewählt und Geschäfte, in denen man alles unverpackt kaufen kann, werden immer beliebter. Aus meiner Sicht ist das ein unausweichlicher Wandel, wenn wir unseren Planeten in dieser Form behalten wollten. Daher ist vor allem in Sachen Kaufverhalten, Fortbewegung und Abfall mehr Lagom gefragt und steht ganz oben auf meiner Liste.

Alles braucht die richtige Balance – nicht zu viel und nicht zu wenig ist die Devise und aus meiner Sicht ein sehr vernünftiger Ansatz. Diese 5 Tipps sind natürlich nur ein kleiner Ausschnitt davon, was die Schweden unter Lagom verstehen, aber für mich ein kleiner Anfang zu mehr Lagom in meinem Leben.

Ich wünsche euch auch viel Ausgeglichenheit und ganz viel lagom,

Eure

Lisa

 

 

Quellen:

Linnea Dunne:  Lagom – Glücklich leben in Balance, Callwey, 1. Auflage 2017

Lola A. Akerström: In der Mitte liegt das Glück – Lagom der schwedische Weg zum guten Leben, Knesebeck, 1. Auflage 2017

    2 Comments

    • Hi Glücksmädel!
      Du hast da aber wirklich gute Ideen aus dem „Langom“ rausgefiltert.
      Für 1,2 und 3 werde ich mich auch begeistern und auf meine geistige Liste für Veränderungen ab heute schreiben.
      Bei 4 wird es schwieriger in Stilfragen bin ich nicht so gut (typischer ITler halt)
      Und 5 ist etwas, dass wir eigentlich schon lange machen sollten. Da bin ich so froh, dass ich ein „Wochenend-Auto“ habe. Ich kann einfach zu Fuß in die Arbeit gehen und sonst das meiste auch so erledigen.

      Danke wieder mal für den Schubs in die glückliche/richtige Richtung 🙂

      • Hi Clemens, ich freu mich wahnsinnig, dass ich dich persönlich für das Thema Lagom begeistern kann. Ist wirklich ein spannender Ansatz und ich glaube man kann das eine oder andere gut für sich mitnehmen – auch wenn es nur die Kaffeepause mit Zimtschnecken ist. 😉

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