Postiano
Reisen

Amalfiküste – meine Tipps für den Roadtrip mit dem eigenem Auto

Seit Jahren ist dieser Ort in meinem Kopf. Die steile Küste im Süden von Italien mit den vielen bunten Häusern, herrlichen Zitronenhaine und ein atemberaubender Ausblick auf das blaue Meer. Ich glaube ich habe vor Jahren in einem Magazin einen Reisebericht über die Amalfiküste gelesen und seither ließ mich dieses Reiseziel nicht mehr los.

Als wir vor knapp 4 Wochen mit Ende Juni ins Auto gestiegen sind, um von Österreich aus loszufahren, wurde mein Traum endlich Wirklichkeit. Auf zu meiner geliebten Amalfiküste! Wie es war? Schade, dass ihr nicht live mein strahlend glückliches Gesicht sehen konntet. Hier ein paar meiner Tipps für den Roadtrip zur Amalfiküste mit dem eigenen Auto.

Zitronenhain

Reiseplanung und Route mit Auto

Für uns war von Anfang an klar, dass wir unseren Roadtrip bis zur Amalfiküste mit dem eigenen Auto von Österreich aus fahren wollen. Es sollte ein fast zweiwöchiger Roadtrip durch Italien werden und die Amalfiküste sollte zwar unsere wichtigste Etappe, aber nur eines von mehreren Etappenzielen sein. Insgesamt haben wir knapp 5 Tage (4 Nächte) an der Amalfiküste verbracht. Rückblickend ein sehr guter Zeitraum finde ich, vielleicht würde ich aber noch einen weiteren Tag für die Insel Capri einplanen.

Von Salzburg aus kann man mit circa 12 Stunden Fahrzeit rechnen und somit planten wir einen zweitägigen Zwischenstopp in Santarcangelo di Romagna nähe San Marino ein. Wie sich herausgestellt hat, ein perfekter und entspannter Start in unser Italienabenteuer. Desto weiter man Richtung Süden kommt, desto weniger werden die ausländischen Kennzeichen auf der Straße und deutsch- und englischsprachige Speisekarten ebenfalls. Vorbei an Neapel und dem Vesuv ging es dann für uns Richtung Salerno nach Vietri Sul Mare.

Punkte, die man übrigens beim Autofahren mit dem eigenen Fahrzeug beachten sollte:

  • Für Firmenfahrzeuge braucht man in Italien unbedingt eine Vollmacht, „Delega“. Muster dazu findet man im Internet und sollte man immer mitführen.
  • Italiener halten Geschwindigkeitsbeschränkungen und Verkehrsregeln meist eher für überflüssig – als Ausländer sollte man sich aber lieber trotzdem daranhalten. Was man so hört, können Strafen ganz schön teuer sein.
  • Die Maut wird am einfachsten vor Ort am Self-Service Automaten mit Kreditkarte oder Bargeld bezahlt – keine Viacard etc. notwendig
  • kleine und enge Straßen, wenig Platz, schmale Parkplätze
  • chaotische Verkehrsverhältnisse in den Orten und Städten
  • schmale Küstenstraße entlang der Costa Amalfitana

Wir haben einige Reisende angetroffen, die nicht mit dem eigenen Auto unterwegs waren. Die meisten hatten ihren Flug oder Zug bis nach Neapel und haben sich anschließend von dort aus ein Mietauto genommen. Aus meiner Sicht war die Reise von Österreich aus per Auto günstiger, sparsamer und somit auch für den ökologischen Fußabdruck besser als die Kombination Flug + Mietauto. Würde ich daher jederzeit wieder so machen und auch so weiterempfehlen.

Amalfiküste – entlang der Küstenstraße mit dem Auto fahren

Die schöne Küstenstraße entlang der Costa Amalfitana (Amalfiküste) ist bekannt für ihren atemberaubenden Ausblick, aber auch für ihre unglaublich engen Stellen, für Stau und brenzlige Situationen. Sie ist die einzige Verbindungsstraße zu den Orten entlang der Amalfiküste und liegt zwischen den zwei Städten Salerno und Sorrento. Es lohnt sich aus meiner Sicht aber auf jeden Fall die Küstenstraße zu befahren, wenn man schon mit dem eigenen Auto unterwegs ist (gute Alternativen sind ansonsten Bus und Boot). Abenteuer und Nervenkitzel inklusive.

So schlimm wie in vielen anderen Artikeln berichtet, ist die Küstenstraße aus meiner Sicht aber nicht. Gerade als Österreicher(in) ist man meist enge, schmale Bergstraßen gewöhnt. Gute Nerven braucht man beim italienischen Fahrstil aber trotzdem und man sollte immer auf Sicht fahren und im Zweifelsfall stehenbleiben. Denn die großen Busse sind nicht zu unterschätzen und es kann an manchen Stellen durchaus sehr sehr eng werden. Kleinere Autos haben hier zwar einen Vorteil, aber auch mit einem Kombi war’s kein Problem. Die Funktion, die Spiegel einklappen zu können, machte auf diesem Trip so richtig Sinn!

Amalfi
Amalfi

Amalfiküste Parken und Fahrzeiten

Wenn man genug Zeit hat, sollte man die Tour entlang der Küstenstraße Costa Amalfitana lieber unter der Woche einplanen. Hier ist deutlich weniger Verkehr als am Wochenende und spürbar entspannter. Ein Tipp, der von den Bewohnern selbst dort kommt. Die Fahrzeiten für Wohnmobile auf der Straße sind beschränkt – hier sollte man sich unbedingt vorher informieren!

Die größte Herausforderung für Normalsterbliche ist aus meiner Sicht aber nicht das Befahren der Küstenstraße, sondern das Parken dort. Vor allem in den Orten Amalfi, Postiano oder Praiano gibt es kaum Parkplätze und das Parken dort ist eine mittelgroße Katastrophe. Wir sind selbst mit dem Auto nicht in Amalfi und Postiano stehengeblieben – meinen Tipp dazu gibt’s unten. Die kleinen Städtchen wie Minori oder Maiori sind dafür besser erreichbar, da diese nicht so überfüllt sind. Das Parken in der Kurzparkzone ist gut möglich und die Orte einen Besuch wert. Ravello ist ebenfalls mit dem Auto zu empfehlen, da es höhergelegen und nicht direkt an der Küstenstraße liegt. Die Parkplätze in Ravello sind gut beschildert und das Parken am späten Vormittag ebenfalls kein Problem (nur Achtung an Markttagen sind manche Parkplätze gesperrt – dort auf die Schilder achten).

Amalfi und Postiano mit dem Boot

Eine Bootsfahrt mit der Fähre entlang der Küste kann ich entweder als Alternative oder als Ergänzung zum Abenteuer Küstenstraße mit dem Auto sehr empfehlen. Vom Hafen in Salerno aus gehen mehrmals täglich Fähren in die jeweiligen Orte der Amalfiküste. Parkplätze gibt’s direkt im Hafen, sind natürlich aber nicht besonders günstig. Tickets für die Fähre kann man bequem online kaufen, allerdings MUSS man die Tickets vor Ort beim Ticketschalter ausdrucken lassen, ansonsten kommt man trotz QR-Code und Ticket nicht aufs Boot (ja, auch wenn auf der Website das Gegenteil behauptet wird). Leider wirklich not so smart und sehr ärgerlich, aber ist so.

Dafür ist die Tour entlang der Amalfiküste ein Traum und man kann tolle Fotos von der Küste und den Örtchen vom Wasser aus machen. Daher ein toller Ausflug. Man kann die Weiterfahrt und Rückfahrt entsprechend selbst buchen und somit entscheiden wie lange man im jeweiligen Örtchen bleiben möchte.

Mein persönlicher Tipp: Amalfi und Postiano per Boot besuchen. Dies ist eindeutig stressfreier als mit dem Auto und als Ergänzung empfehle ich die Küstenstraße mit dem Auto zu befahren und lieber die anderen, kleineren Orte und Ravello zu besuchen.

Hafen Salerno
Hafen Salerno

Ausflug Highlights Amalfiküste

Die wichtigsten Stopps wie Amalfi und Postiano sollte man auf seiner Reise unbedingt gesehen haben. Vor allem Postiano ist bekannt für die bunten Häuser in Pastellfarben und wirklich wie aus dem Bilderbuch. Der Dom von Amalfi ist ebenfalls sehenswert sowie der wirklich schöne und kitschige Hafen vor dem Ort und in beiden Orten die kleinen, schnuckeligen Gässchen.

Man sollte sich allerdings nicht der Illusion hingeben, dass die Amalfiküste nicht touristisch ist. Vor allem diese 2 Orte strotzen nur vor überfüllten Gassen und Plätzen, Reisebussen und Touristen. Das kann einem auch schon mal zu viel werden.

Oft reicht es aber schon, wenn man 2 oder 3 Straßen weiter geht und sich von der Touristenmeile entfernt und es wird ruhiger. Wie immer sind die Hauptattraktionen auch die Touristenmagnete.

Frischgepresste Zitronen-Limonade

Die großen, gelben und saftigen Zitronen sind natürlich schon ein Highlight für sich. Bekommt man diese aber als frischgepresste, kalte Limonade serviert – hallelujah! Keine Frage, der Preis mit circa 6 € ist stolz, aber wirklich sehr lecker. Ansonsten gibt es auch Zitronen Sorbet. Beides von mir in Amalfi in einem Limonadengeschäfte gekauft.

Zitronenlimonade

Villa Cimbrone in Ravello

Der höhergelegene Ort Ravello ist wirklich traumhaft. Neben charmanten kleinen Gässchen und Cafés bietet er einen wundervollen Ausblick aufs Meer. Ich denke, dass es der beste Ausblick war, den ich bis jetzt in meinem Leben hatte. Dabei sollte man unbedingt die Villa Cimbrone besuchen – ein traumhafter Garten, Ruheoase (wenn nicht viele Leute) und mit dem besten Ausblick. Der Eintritt ist es wert, versprochen!

Wenn man dann anschließend noch einen Kaffee auf der Terrasse der Villa Rufolo trinkt, dann ist die Welt aber wirklich mehr als in Ordnung. (Achtung: Glücksmomente!)

Blick von Villa Ciambrone
Blick von Villa Ciambrone

Puppetto Beach am Strand Fornillo Postiano

in Postiano sollte man unbedingt den hinteren Strand „Fornillo Beach“ besuchen. Er ist ein bisschen abgelegener wie der überfüllte Hauptstrand und im Puppeto Beach Club „Fornillo“ kann man sich ein paar entspannte Drinks gönnen. Tolles Highlight im überfüllten Postiano.

Puppetto Beach Club
Puppetto’s Beach Club

Unterkunft an der Amalfiküste

Wir haben uns gegen eine Unterkunft direkt in den überfüllten Orten an der Amalfiküste entschieden und wussten zu Beginn selbst noch nicht wie gut diese Entscheidung war.

Die Unterkünfte entlang der Amalfiküste sollte man auf jeden Fall rechtzeitig buchen und ein bisschen vergleichen, denn diese können schon recht teuer werden. Die Strände sind wirklich klein und total überfüllt – als Strandurlaub zum Beispiel nicht mein Fall.

Auch wenn ich glaube, dass eine Unterkunft in Postiano oder Amalfi sehr spannend sein kann und es nach Abfahrt der letzten Fähre im Ort ruhiger wird, habe ich mich in unseren kleinen Rückzugsort der Villa Divina verliebt. Fernab von jeglichem Trubel, hatten wir von Vietri sul Mare einen tollen Blick aufs Meer und einen wundervollen Aufenthalt im eigenen Apartment. Ich hätte gar nicht tauschen wollen, auch wenn wir von dort aus immer auf unser Auto angewiesen waren. Die Unterkunft ist ein kleiner Traum im bewirtschafteten Anwesen der Familie, die 5 Apartments vermietet.

Ein traumhafter Ort und sehr zu Empfehlen.

Eure

Lisa

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