Sorger Bücher
Persönliches

Mein Glücksmoment in der Buchhandlung Sorger

Buchhandlung Sorger

Was Bücher mit Glück zu tun haben

Heute möchte ich euch eine kleine Geschichte aus meinen Leben erzählen und euch einen Einblick in einen persönlichen Glücksmoment geben, den ich letztens erlebt habe. Dazu muss man wissen, dass ich zu den Menschen gehöre, die noch gerne Bücher in den Händen halten. Ich lehne die digitale Form überhaupt nicht ab, da ich sie als praktisch, effizient und auch umweltschonend empfinde, aber irgendwie sind Bücher doch etwas Besonderes für mich. Ich mag, wenn diese sortiert in Regalen stehen und liebe es, die einzelnen Seiten umzuschlagen oder darin zu schmökern.

Alles hat eigentlich damit begonnen, dass ich kürzlich beim Durchblättern meiner Zeitschriften einen Buchtipp zu einer meiner Lieblingsautorinnen Jojo Moyes entdeckt habe. Dabei wollte ich sofort zum Smartphone greifen, um es online zu bestellen. Es war die Macht der Gewohnheit – der automatische Reflex. Jedoch hat mich irgendetwas davon abgehalten. Nach ein paar Sekunden der Überlegung, habe ich mich dagegen entschieden und mein Smartphone wieder beiseite gelegt.

Natürlich wäre es einfach und sehr bequem gewesen, das Buch direkt online zu bestellen. Es wäre spätestens am übernächsten Tag bei mir zu Hause im Postkasten gelandet, aber es fühlte sich einfach nicht richtig an. Vielleicht war es auch das schlechte Gewissen, dass ich mein Geld wieder einmal den großen Konzernriesen in den Rachen werfen würde anstatt die lokalen Buchhändler zu unterstützen. Nein, dieses Mal wollte ich mein Buch nicht online bestellen und so beschloss ich die nächsten Tage eine Buchhandlung aufzusuchen.

Über Bücherstapel, ein nettes Gespräch und ein Lächeln

Es war schon dunkel als ich am Weg nach Hause an dem kleinen Buchladen vorbei schlenderte und drinnen noch Licht brannte. Buchhandlung Sorger steht in weißer Schrift auf dem grünen Schild neben der Eingangstür geschrieben. Schon früher stand ich schon hunderte Male an dieser Kreuzung und doch hatte ich diesem kleinen Geschäft noch nie wirklich Aufmerksamkeit geschenkt. Wie praktisch – ein Buchladen direkt am Weg nach Hause dachte ich. Nach einem kurzen Moment des Zögerns und nach einem Blick auf die Uhr betrat ich schließlich den Laden. Ich habe mich kurz umgesehen und mein erster Gedanke war: Chaos. Der Boden war voll mit Bücherstapel scheinbar ohne System und kaum Platz um durchzukommen. Komm, gib dem Ganzen eine Chance ermahnte ich mich und vorsichtig manövrierte ich mich durch den schmalen Gang zwischen den Regalen, um mich etwas umzusehen.

Etwas später habe ich schließlich zwischen all den Bücherbergen auch den Buchhändler des Ladens entdeckt, der etwas entschuldigend dreinblickte und mich sofort ganz freundlich fragte, ob er was für mich tun könne. “ Tut mir leid, wir haben gerade Inventur daher herrscht etwas Chaos. Normalerweise sieht es natürlich nicht so aus und alles ist sortiert und hat seine Ordnung.“, sagte er schließlich lächelnd und stand von seinem Stuhl auf. Das ergab für mich Sinn und lächelte zurück. Ich fragte den netten Verkäufer, ob ich denn auch ein Buch bestellen könnte. Selbstverständlich, antwortete er und warf einen Blick in seinen Computer, um mein Buch „Kleine Fluchten“ von Jojo Moyes zu suchen. „Ich schätze bis morgen wird es etwas eng, aber übermorgen wäre es dann da.“, sagte er wieder fast ein bisschen entschuldigend. Das ist perfekt, den einen Tag kann ich ruhig warten. Wieder ein Lächeln. Ich habe mich danach weiter noch im Laden umgesehen und irgendwie hatte ich mich plötzlich sehr wohlgefühlt. Der Geruch von Papier und Büchern und die Atmosphäre des kleinen Raumes war gemütlich und vertraut.

Buchhandlung Sorger

Sorger SalzburgDa sich die Buchhandlung Sorger in der Nähe des Landeskrankenhauses und der medizinischen Universität befindet, führt der Laden zahlreiche medizinische Fachbücher sowie Gesundheitsratgeber. Allerdings konnte ich auch andere Romane entdecken und Bücher unterschiedlicher Genre. Ich habe es sehr genossen, ein bisschen zwischen den Büchern zu schmökern und schließlich ist mir ein Buch von Viktor Frankl in die Hände gefallen. Ein Autor, von dem ich bereits das eine oder andere gehört hatte und dessen Bücher ich unbedingt einmal lesen wollte. Ein sehr spannender Mann, der nicht nur einen Krieg und die Zeit in einem Konzentrationslager überlebt hatte, sondern unglaublich lebensbejahend war und bewundernswerte mentale Stärke aufwies. Er schreibt über spannende Ansätze der Psychologie, Seelensorge aber auch über seine persönliche Geschichte.

Zusammen mit meinem Fundstück trat ich glücklich zum Tresen, um das Buch zu bezahlen. „Ich habe noch etwas gefunden – das nehme ich auch noch mit.“, sagte ich freundlich. „Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass heute noch jemand ein Buch kauft.“, sagte der junge Mann zu mir und sah so aus, als würde er sich wirklich darüber freuen. Da habe ich mich irgendwie mitgefreut. Glücklich über diesen kleinen, schönen Glücksmoment in dem Buchladen trat ich ins Freie. Es fühlte sich irgendwie ehrlich und richtig an.

Bücher – die Nahrung der Seele

Am übernächsten Tag besuchte ich voller Vorfreude wieder die Buchhandlung Sorger und holte mein Buch ab. Es empfing mich eine sehr nette junge Frau und nach einer kurzen Plauderei bestelle ich zwei weitere Bücher, die ich direkt am nächsten Tag abholen konnte. „Ich komme morgen wieder,“ verabschiedete ich mich von ihr und sie schenkte mir ein Lächeln. Auch am nächsten Tag betrat ich wieder das kleine Geschäft, um meine Bestellungen abzuholen. „Du kommst dein Buch abholen“, begrüßte mich der junge Herr vom ersten Besuch freundlich und erinnerte sich sofort an mich. Diesmal gab es auch überhaupt kein Chaos mehr, die Regale waren fein säuberlich geordnet und es war wieder Platz, um sich zu bewegen. „Stimmt, aber ich habe inzwischen 2 weitere Bücher bestellt.“, sagte ich. Er lachte und sagte: „Haben wir da etwas eine neue Stammkundin gewonnen?“ „Vielleicht“, sagte ich schmunzelnd. Er erzählte mir, dass es wahnsinnig spannend sei welche Kombinationen an Menschen manchmal im Geschäft seien und die Gespräche die dadurch entstehen würden. Bücher sagen einfach doch viel über Menschen aus, habe ich geantwortet und das bestätigte er.

Es ist spannend für was sich Menschen so interessieren und was sie lesen. Der junge Mann musterte den bunten Umschlag des Buches in seiner Hand und sagte, dass manche gerne düstere Romane lesen würden und manche beschäftigen sich eben mit Glück. Schließlich reichte er mir mein Buch und ich lächelte. Er auch und ich verließ den Laden. Ich war wahnsinnig froh, dass ich mein Buch nicht online bestellt habe. Ich glaube, das werde ich auch so schnell nicht wieder.

Eure

Lisa

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