Wege zum Glück

Glücksmomente oder auch die kleinen Dinge des Lebens

Der Augenblick entscheidet

Der Augenblick nur entscheidet über das Leben des Menschen und über sein ganzes Glück“ (Johann Wolfgang von Goethe). Erst heute ist mir dieses Zitat untergekommen, welches mich zum Nachdenken angeregt und inspiriert hat.

Glücksmomente. Sie sind oft klein, unscheinbar und kurzweilig. Manchmal aber auch groß, laut und voller rosaroter Luftblasen. So schön können sie sein und so schnell sind sie manchmal wieder vorbei.

Viele dieser Glücksmomente sind auch eine kurze Zeit später schon in Vergessenheit geraten und nur wenige, ganz spezielle Momente, bleiben länger und vielleicht für immer – zu mindestens in unseren Gedanken. Schade eigentlich, dafür bleiben die ärgerlichen Dinge oft leichter hängen. An das Gespräch mit dem nicht ganz so kompetenten Servicemitarbeiter, an den Platzregen am Weg zum Auto oder an das unvorhergesehene 2-stündige Windows-Update während meiner letzten kreativen Schreibphase kann ich mich noch recht gut erinnern. An die die kleinen Glücksmomente der letzten Tage aber irgendwie nicht mehr.

Das Glückstagebuch

Da ich jedoch der Meinung bin, dass meine Glücksmädlmomente Besseres verdient haben, als in kürzester Zeit im Nirvana meiner Gedanken zu verschwinden, habe ich mich für eine recht einfache Methode entschieden – diese aufzuschreiben. In meinem Artikel Wege zum Glück vor ein paar Wochen, habe ich bereits kurz erwähnt, dass ich das Experiment Glückstagebuch wagen werde und meine Erfahrungen damit möchte ich euch nicht vorenthalten und gerne mit euch teilen.

Die Aufgabe, die ich mir selbst gestellt habe, war ein 14-tägiges Glückstagebuch zu führen und jeweils am Abend mindestens 3 Glücksmomente des Tages zu notieren. Kurz, prägnant und mit Aufzählungszeichen. Klingt einfach und ist es zu mindestens meistens auch. Ein passendes Notizbuch, Kugelschreiber und los geht’s.

Am ersten Tag habe ich noch euphorisch und ausführlich meine ersten Glücksmomente notiert, am zweiten Tag habe ich schon beinahe darauf vergessen. Dieses Problem wurde schließlich schnell damit gelöst, dass ich mein Notizbuch und Kugelschreiber schön präsent auf meinem Nachkästchen platziert und somit meinen Tag noch einmal vor dem Schlafengehen revuepassiert habe. Wenn da nicht diese Müdigkeit wäre, die sich groß und faul auf dem Bett ausbreitet und einen dazu verleiten möchte, das Revuepassieren auf morgen oder so zu verschieben. (Oder so – das haben wir schon so gerne.) Nach ein paar Tagen der Routine hat sich das Glückstagebuch-schreiben jedoch als Abendritual eingependelt und auch die Müdigkeit wurde überwunden, der Mensch ist ja schließlich ein Gewohnheitstier.

Am Anfang hat es oft etwas länger gedauert, meine Gedanken auf die positiven und kleinen glücklichen Momente des Tages zu fokussieren und ab und zu wollte mir so gar nichts einfallen. Doch man merkt recht schnell, dass man sich zunehmend mehr auf schöne, aufregende und unerwartete Momente konzentriert und diese auch während des Tages bewusster wahrnimmt. Die Gedanken beginnen sich zu wandeln und man ist achtsamer gegenüber Dingen, die man bis vor kurzem vielleicht überhaupt nicht wahrgenommen hat. Speziell an Tagen, die von Stress und Anspannung geprägt sind, merkt man schließlich wie einzelne Taten, Gespräche und Momente den Tag trotzallem positiv beeinflusst haben, wenn man später darauf zurückschaut. Natürlich ist dieser Wandel ein Prozess, der nicht von heute auf morgen passiert und wohl auch etwas Zeit und Training braucht. Aus meiner Sicht ist es jedoch einen Versuch wert, wenn unnötige ärgerliche Nichtigkeiten dafür in den Hintergrund treten und von den kleinen Wundern des Alltags übertönt werden.

 

Glückliches Fazit

Für mich war das Notieren meiner Glücksmomente eine sehr positive Erfahrung, schöne Dinge festzuhalten und zu verewigen. Die durch das Schreiben entstandene Selbstreflexion hilft meiner Meinung nach auch im Alltag manche Dinge mit anderen Augen zu sehen. Ich habe schließlich bewusst einige Zeit gewartet, mir meine Notizen wieder anzusehen und war sehr erstaunt, als ich diese kürzlich durchgegangen bin. Viele der Momente hatte ich schon wieder vergessen und es war schön, diese auf diese Weise noch einmal zu erleben. Auch führt sehr deutlich ein roter Faden durch meine Erlebnisse und Gedanken und nach dem kurzen Rückblick merke ich recht schnell, wie grau der Alltag wohl wäre ohne die vielen besonderen Menschen um mich herum. Ihnen ist es meistens zu verdanken, dass sie mir ein Lächeln in mein Gesicht zaubern und gewöhnliche Dinge in Farbe tauchen. Aber auch viele kleine Dinge, wie ein herrliches Frühstück, der Geschmack von frischgepresstem Orangensaft, eine kurze Pause auf der Bank in der Sonne während einer anstrengenden Laufrunde, die Klänge meines Lieblingslieds „Du schmeckst nach Sommer“ im Radio oder die fantastische Natur mit ihren Blumen, Sonnenuntergängen und sonstigen Wundern tragen dazu bei, das viele Tage etwas besonderes sind. Und dann ist da natürlich noch das Schreiben, wenn ich schlussendlich dazu noch freie Stunden finde, bin ich einfach glücklich.

Da mich diese Erfahrung auf jeden Fall bereichert hat, habe ich wieder damit begonnen Glückstagebuch zu schreiben. Ich hoffe es folgen noch viele Momente, die es wert sind, sie niederzuschreiben. In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Woche mit ganz vielen kleinen und großen Glücksmomenten.

Eure Lisa

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